18.11. piano today: Johanna Borchert & Oskar Aichinger @ RuhrAtoll
Drei Konzerte besetzt mit sechs Pianisten – drei Männer, drei Frauen. Ein derart ausgeglichenes Geschlechterverhältnis kommt im Jazz und in der improvisierten Musik sehr selten vor. Meistens dominieren die Männer, wofür tradierte Rollenmodelle zu bürgen scheinen. Doch es geht um emanzipierte Musik, die im eigenen Medium über genau diese Möglichkeit der Freiheit reflektiert, ihre eigenen Wertvorstellungen entdeckt und alte Standards überwindet bzw. links liegen lässt. Wenn wir daraus Rückschlüsse auf die Spieler und Spielerinnen ziehen wollten, entdeckten wir sehr bald, dass überkommene Rollenmodelle weder mit der Musik noch mit ihren Autoren etwas Aufschlussreiches zu tun haben. Die Grenzverletzungen sind eine Chance.
Am letzten Abend unserer Reihe piano today präsentieren wir ihnen die junge Pianistin Johanna Borchert und Oskar Aichinger im Essener RuhrAtoll.
Johanna Borchert geht Grenzwege zwischen Jazz, europäischer und indischer Musik, gelenkt von einem sicheren dramaturgischen Empfinden für Episoden und notwendige Wendepunkte. Oskar Aichinger, der sich selbst als improvisierenden Komponisten bezeichnet, steht der (komponierten) Neuen Musik nahe und hat ein umfangreiches Werkverzeichnis vorgelegt. Ähnlich wie Christian Rieger vertieft er sich in Werke eines anderen Komponisten –Witold Lutoslawski -, die er improvisatorisch weiter spinnt.
| 18.11.2010: |
Oskar Aichinger // Johanna Borchert |


