grubenklang. reloaded

30.06. / 20:00 Uhr - piano today: Denman Maroney & Michael Wilhelmi @ domicil Dortmund

Denman Maroney
Photo by Marco Fierro

Am zweiten Abend der Reihe piano today, präsentiert grubenklang.reloaded
Denman Maroney aus den USA und Michael Wilhelmi aus Berlin.

 

Das Abenteuer Klavier öffnet immer noch Türen zu ungehörten Klängen, die zu entdecken für Klangforscher unter den Pianisten eine nicht enden wollende Herausforderung ist. Der Auftrag, einen Flügel für eine Präparation der Saiten mit Gegenständen aus Metall, Glas oder Holz vorzubereiten, lässt einem Klavierstimmer durchaus den Schreck in die Glieder fahren. Denn manchmal haben Musiker mit Schrauben oder anderen spitzen Gegenständen den Resonanzboden, die Saiten oder die innere Mechanik ruiniert. Denman Maroney hingegen hat unter dem Logo „Hyperpiano“ eine sanfte Präparierung mit Flaschen, Klangschalen, Holz- und Gummiblöcken, Messern und anderen Gebrauchsgegenständen entwickelt. Nichts steckt –anders als bei John Cage-  zwischen den Saiten. Seine Klangwelt verblüfft: Manipulierte und verfremdete Saitenklänge schaffen einen schillernden Klangkosmos, der Assoziationen an fremde Welten und unterirdische Mythen erweckt. Maroney pendelt zwischen komponierten und improvisierten Stücken, die er allerdings als spontane Komposition begreift.

„Krass, der Schubert“ titelte die Süddeutsche Zeitung ihre Besprechung des Projekts „Winterreise“ von Michael Wilhelmi nach dem Zyklus von Franz Schubert mit Texten von Wilhelm Müller. Jugendliche Rapper aus einer Pariser Vorstadt und aus Berlin-Neukölln knüpften an die romantische Gefühlswelt des frühen 19. Jahrhunderts an. Wilhelmi, der Logik und Mathematik in Dresden sowie Komposition und Jazzklavier in Berlin studiert hat (u.a. bei Georg Gräwe), setzt sich auch als improvisierender Solist mit großen Entwürfen der klassischen Musik auseinender, u.a. mit Improvisationen über Stücke aus Robert Schumanns „Kreisleriana.“ Ein „lästerliches Unternehmen mit stupender Virtuosität und Energiefülle“, dessen Reiz wie ein Stachel unter der akustischen Oberfläche sitzt bewertete die Neue Musik Zeitung. Als Komponist denkt er über Analogien zu Modellen der fraktalen Geometrie in der Musik nach. Er entwickelte eine Steuerungssoftware für elektronische Musik und arbeitet als  Dozent für Improvisation mit Dirigierstudenten an der Musikhochschule „Hanns Eisler“in Berlin.

 

Text: Ulrich Kurth

 

30.06.2010 / 20:00 Uhr / VVK 17,50€ / AK 19€ - domicil, Hansastraße 7-11, 44137 Dortmund

 

TICKETS HIER

www.denmanmaroney.com
www.michaelwilhelmi.de

 

That ‘adventurous’ piano so called, is still opening doors to sounds as yet unheard of, the discovery of which poses a never ending challenge to the sound researchers among piano players. The task of preparing the strings with objects made of metal, glass or wood may well be a shock to the system for a piano tuner. For musicians have been known to damage the sound board, the strings or the internal mechanism with screws or other sharp objects. Denman Maroney by way of contrast has devised a more gentle preparation comprising bottles, singing bowls, wooden and rubber blocks, knives and other everyday objects under the heading of “Hyperpiano”. Unlike with John Cage, there is nothing squeezed in between the strings. His sound world is astonishing: manipulated and distorted string sounds create a shimmering sound cosmos that evokes associations with alien worlds and chthonian myths. Maroney oscillates between composed and improvised pieces, which he, however, understands as spontaneous compositions.

“Wicked, that Schubert” was the Sueddeutsche Zeitung’s headline for its discussion of Michael Wilhelmi’s project “Winterreise”, based on the cycle by Franz Schubert with texts by Wilhelm Müller. Young rappers from a suburb of Paris and from Berlin’s Neukölln build on the emotional romanticism of the early 19th Century. As an improvising soloist, Wilhelmi, who studied logic and mathematics in Dresden, as well as composition and jazz piano in Berlin (with Georg Graewe amongst others), also grapples with the grand designs of classical music, as for instance with improvisations based on movements from Robert Schumann’s “Kreisleriana”. A “blasphemous undertaking with stupendous virtuosity and energy”, whose appeal lies below the acoustic surface like a spike, was the Neue Musik Zeitung’s review. As a composer he contemplates analogies between fractal geometry and music. He has developed control software for electronic music and is a lecturer for improvisation working with student conductors at the “Hans Eisler” Academy of Music in Berlin.

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